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Im Wandel der Zeit: 90 Jahre Leichtathletik in Köngen

2026 markiert das 90-jährige Bestehen unserer 1936 gegründeten Leichtathletikabteilung.

Sportstätte Fuchsgrube (Foto: F. Hermann)

In der Anfangszeit trainierten die Mitglieder auf dem alten Sportplatz (heutiger Aldi-Parkplatz) noch auf Rasen. Eine Aschenbahn stand den Sportlern erst mit dem Bau des Stadions Fuchsgrube im Jahr 1973 zur Verfügung. Trotz dieser eingeschränkten Möglichkeiten konnte die junge Abteilung schon nach kurzer Zeit Erfolge erzielen. Mehrere Sportlerinnen und Sportler qualifizierten sich für württembergische und sogar deutsche Meisterschaften.

Der erste Höhepunkt in der Köngener Leichtathletik-Historie waren die 38. Deutschen Waldlaufmeisterschaften, die am 25.04.1965 in Köngen stattfanden. Den Leichtathletik-Mitgliedern gelang es, mit Unterstützung des Vereins und der Gemeinde, den Teilnehmern – darunter deutsche Spitzenathleten – eine meisterschaftswürdige Strecke zu präsentieren. Leider machte das Wetter den Organisatoren einen Strich durch die Rechnung. Bei strömendem Regen kamen statt der erhofften 10.000 "nur" ca. 4.000 Zuschauer zu dieser Veranstaltung. Die Anwesenden konnten miterleben, wie die von Wilhelm Thumm trainierte weibliche A-Jugend des TSV Köngen in der Besetzung Irene Deuschle, Gertrud Bulla und Christa Thumm den Heimvorteil nutzte und sich die deutsche Meisterschaft gegen die favorisierten Teams holte. Im Folgejahr verteidigten die "flotten" TSV-Mädels den Titel in Elmshorn.

Mit dem neuen Stadion Fuchsgrube mit Rundbahn verbesserten sich die Trainingsbedingungen deutlich. Es konnte nun disziplinspezifisch trainiert werden, was sich auch in sportlichen Erfolgen widerspiegelte. Die Aschenbahn wurde von den Leichtathletik-Mitgliedern mit Unterstützung der Gemeinde gepflegt, sodass man in Köngen noch auf Asche trainierte, als die meisten Nachbarorte bereits über Kunststoffbahnen verfügten. Im Stadion Fuchsgrube fanden die letzten Kreis- und Bezirksmeisterschaften auf einer Aschenbahn im Kreis Esslingen statt – mit mehreren hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie guten Leistungen.

Im Laufe der Zeit musste man jedoch erkennen, dass der erforderliche Aufwand für die Pflege der Anlage durch die Abteilung und die Gemeinde in keinem Verhältnis mehr zum Ergebnis stand. Zudem wurde der Trainingsbetrieb beeinträchtigt. So beschloss die Gemeinde den Einbau einer Kunststoffanlage, die im Sommer 2001 eingeweiht werden konnte. Die Leichtathletik-Mitglieder unterstützten die Sanierung mit mehreren tausend ehrenamtlichen Arbeitsstunden. Der Aufwand lohnte sich: Die Athletinnen und Athleten hatten nun optimale Trainings- und Wettkampfbedingungen. In der Folge fanden in der Fuchsgrube eine württembergische Meisterschaft sowie zwei deutsche Senioren-Mannschaftsmeisterschaften statt. Teilnehmer aus ganz Deutschland zeigten sich vom Stadion und der Organisation begeistert. Auch das landesoffene Abendsportfest im Juli mit Spitzen- und Hobbysportlern sowie das Schülersportfest erfreuen sich großer Beliebtheit.

Nach einem Vierteljahrhundert ist nun auch die Kunststoffbahn in die Jahre gekommen. Der Gemeinderat stimmte der Sanierung der Leichtathletik-Wettkampfanlage sowie dem Einbau eines neuen Rasens und einer neuen Sprinkleranlage zu. Der Baubeginn ist für das Frühjahr 2026 vorgesehen. Es ist davon auszugehen, dass der Umbau mindestens bis in den Spätsommer dauert. Anschließend stehen den Fußballern, Leichtathleten, den Köngener Schulen und den Hobbysportlern optimale Voraussetzungen zur Verfügung.

Da der obere Platz während der Umbauphase gesperrt ist, sucht die Abteilungsleitung derzeit nach Ausweichmöglichkeiten für das wöchentliche Leichtathletiktraining. Sobald eine Entscheidung vorliegt, werden wir dies bekannt geben.

Obwohl wir etwas holprig in unser 90. Jahr starten, blicken wir vertrauensvoll nach vorne. Nach der Corona-Zeit hat sich unsere sportliche und finanzielle Situation entspannt. Durch viele qualifizierte Übungsleiterinnen und Übungsleiter konnte das sportliche Niveau bei Schülerinnen, Schülern und Jugendlichen kontinuierlich angehoben werden. Unsere drei Sportveranstaltungen – das Abendsportfest, das Schülersportfest, das Hallen-Meeting für Schülerinnen und Schüler sowie unser Stand am Pfingstmarkt – trugen dazu bei, dass wir wieder die für den Sportbetrieb dringend benötigten Geräte anschaffen konnten.

Trotz der zu erwartenden Einschränkungen im Trainingsbetrieb gehen wir recht zuversichtlich in die bevorstehende Saison, auch wenn wir derzeit noch nicht wissen, ob wir aufgrund des Stadionumbaus unser Abendsportfest und unser 50. Schülersportfest durchführen können. Positiv stimmt uns außerdem, dass alle Altersklassen von erfahrenen Trainerinnen und Trainern betreut werden.

Sehr erfreulich ist auch, dass seit Herbst 2025 Trainer Rene Struensee mit einigen Athleten zur Abteilung gestoßen ist. Dadurch haben wir einen weiteren erfahrenen Übungsleiter sowie talentierte Nachwuchssportler, die das Team der LG Filder verstärken.

Große Sorgen bereitet uns jedoch der anstehende Generationenwechsel im Team von Abteilungsleiter Jürgen Schneider. Dieser ist bisher lediglich beim Pfingstmarkt gelungen. Mehrere Amtsinhaber sind seit Jahren, teilweise seit Jahrzehnten, in der Verantwortung. Eine zeitnahe und reibungslose Übergabe an jüngere Mitglieder wäre daher sehr wünschenswert.

Vermeidbare Probleme entstehen zudem durch verspätete Reaktionen einiger Mitglieder auf Helferaufrufe für unsere Veranstaltungen. Im Zeitalter von Handy, E-Mail und WhatsApp sind Termine jederzeit abrufbar, sodass eine Rückmeldung – unabhängig davon, ob Zu- oder Absage – innerhalb weniger Minuten möglich ist. Eine frühzeitige Antwort erspart unserem Abteilungsleiter Jürgen Schneider viel Stress, vermeidet stundenlange Telefonate und gibt den Organisatoren frühzeitig Planungssicherheit. Der Aufwand für den Einzelnen ist minimal, die Entlastung für die Abteilungsleitung jedoch enorm. Bitte denkt daran!