Handball
Frauen 1
Unser Team
Mittlere Reihe von links: Tim Nothdurft, Mona Illi, Jasmin Stumpp; Elisa Kilian, Josephine Harder, Leonie Rei-chert, Anna-Lena Klingler, Annika Weinert, Aileen Novak, Lucas Novak
Vordere Reihe von links: Sina Schlichter, Sarah Lieb, Lisa Freddo, Cara Hermann, Jana Novak, Anke Her-mann, Maja Petsch, Mathilde Schottmüller, Nelly Fuchs
Es fehlen: Gabriele Mitranic, Sonja Pott, Liv Christensen, Meike Knodel, Vivien Herb
Interview mit Trainer Lucas Novak
Lucas, du hast zur neuen Saison die neu formierten Frauen 1 übernommen. Wie kam es dazu, und was macht die Aufgabe für dich besonders spannend?
Das war ein längerer Prozess, ehrlich gesagt. Wir haben lange nach anderen Lösungen gesucht, und am Ende habe ich in der Stunde der Not zugesagt – rückblickend zum Glück. Personell ging es nicht anders, also haben wir die Kräfte gebündelt: Die neue Erste setzt sich aus fünf Spielerinnen der alten Ersten, der kompletten alten Zweiten und der A1 zusammen, während die frühere Dritte jetzt die neue Zweite bildet. Was mich daran reizt, ist genau diese Mischung – erfahrene Spielerinnen, ein eingespielter Block aus der Zweiten und dazu eine A-Jugend, die richtig was kann. Aus diesen Gruppen eine Einheit zu formen und ein gemeinsames Spiel zu entwickeln, das ist die Art von Aufgabe, die mir Spaß macht.
Wie schätzt du die vergangene Saison ein – Frauen 1 und Frauen 2?
Für die Erste war es eine zähe Runde – Trainerwechsel mittendrin, viel Verletzungspech, das zerrt an einer Mannschaft. Da tut ein Schnitt gut. Die Zweite dagegen hatte eine wirklich starke Hinrunde, wir waren voll auf Kurs Richtung oben. In der Rückrunde hat uns dann das Lazarett und der ein oder andere studienbedingte Ausfall Körner gekostet, und wir konnten das Niveau nicht ganz halten. Dass wir den Aufstieg knapp verpasst haben, ärgert im Moment, aber unterm Strich war das eine gute Saison. Vor allem, weil so viele aus der A-Jugend schon Spielzeit gesammelt und sich in beiden Teams festgespielt haben. Das ist die Basis, auf der wir jetzt aufbauen.
Was lief schon richtig gut, und wo setzt ihr in der Sommerpause den größten Hebel an?
Das Beste war, wie selbstverständlich die Jungen den Sprung gemacht haben. Wir sind im Kern eine sehr junge Mannschaft mit ein paar erfahrenen Spielerinnen, die das Ganze führen und ordnen – die Mischung passt. Wo wir den Hebel ansetzen, ist die Abstimmung: im Angriff die Abläufe, das Tempospiel sauber zu Ende spielen, und in der Abwehr als Block zusammenstehen. Wir wollen über eine aggressive Deckung und schnelle Ballgewinne ins Tempospiel kommen – das ist unser Weg, und da geht bei uns noch einiges.
Wie fit ist die Mannschaft, und worauf lag im Training der Schwerpunkt?
Wir sind gut in die Vorbereitung gekommen. Mit unserem neuen Athletiktrainer Tomas Novak haben wir früh an der Grundlagenausdauer gearbeitet, damit wir über 60 Minuten und über die Saison stabil bleiben – dazu individuelle Pläne für die Mädels. Wir haben ein starkes Trainerteam drumherum: Jana Novak macht das Individualtraining, Tim Nothdurft die Torhüterinnen, und mit Aileen Novak und Ronja Essig haben wir zwei, die nach ihren Verletzungen als Betreuerinnen und Co-Trainerinnen dabei sind und viel Erfahrung reinbringen. Jetzt kommen die Vorbereitungsspiele, da sehen wir, wo wir stehen – und wir fiebern natürlich dem Vesalius Cup entgegen, wo wir uns auch mal vor eigenem Publikum zeigen können.
Ihr habt Neuzugänge und Aufrücker aus der Jugend im Kader. Wie haben sich die neuen Gesichter eingelebt?
Das läuft gut. Extern haben wir eigentlich nur eine Neue, aber eine, die uns richtig weiterhilft: Lisa Freddo aus Kirchheim, jahrelang stark auf Rechtsaußen in der Bezirksoberliga. Nach den Abgängen auf der Position kam die wie gerufen, und dahinter rücken ein paar aus der A-Jugend nach. Ansonsten ist der ganze Kader im Grunde ein großer Neuzugang – Spielerinnen aus der alten Ersten und Zweiten plus die Jungen, die letzte Saison schon reingeschnuppert haben. Menschlich passt es, und genau darüber wächst so eine Mannschaft zusammen.
Was wird die größte Herausforderung in eurer Liga, und welche Tugenden muss deine Mannschaft auf die Platte bringen?
Die Verbandsliga ist ein anderes Kaliber, allein von den Wegen her – fünf, sechs Auswärtsspiele mit teils über einer Stunde Fahrt. Da geht es auch um den Kopf: sich auf so einer Fahrt einstellen und nach zwei, drei Stunden im Bus trotzdem von der ersten Minute an da sein. Auf der Platte müssen wir das bringen, was uns ausmacht – Tempo, eine aggressive Deckung, den zweiten und dritten Weg gehen. Wenn wir mit dem Willen und der Bereitschaft reingehen, uns zu zerreißen, überraschen wir den ein oder anderen. Genau das wollen wir zeigen – ganz ohne uns selbst unter Druck zu setzen.
Welche Rolle spielen die Fans im Hexenkessel für die Mannschaft?
Riesig. Die Stimmung in Köngen ist etwas Besonderes – ich habe schon Spiele erlebt, in denen die Burgschulhalle gebrannt hat und uns das über schwierige Phasen getragen hat. Das kenne ich als Spieler und jetzt als Trainer. So ein Publikum im Rücken gibt der Mannschaft einen echten Schub, gerade wenn es eng wird.
Und was ist euer Saisonziel?
Wir stapeln bewusst erstmal tief. Ziel ist eine ruhige Saison mit Raum, uns zu entwickeln, und im besten Fall machen wir den Klassenerhalt früh klar. Wenn wir das haben, können wir befreit aufspielen – und dann schauen wir einfach, was für uns drin ist.
Interviews mit Torwart-Trainer Tim Nothdurft & Individualtrainerin Jana Novak
Tim Nothdurft
Wie sieht dein Plan aus, um die Torhüter optimal aufeinander abzustimmen und zu einer Wand im Köngener Tor zu machen?
Da wir sehr unterschiedliche Spielerinnentypen im Tor haben, ist ein individuelles Feedback der Schlüssel. Im Training arbeiten wir immer in enger Abstimmung miteinander und fokussieren uns auf eine gezielte Mischung aus Fitness, Explosivität sowie den jeweiligen individuellen Stärken und Schwächen. Ein ganz wesentlicher Faktor ist zudem die Kommunikation: Nur wenn wir uns sowohl im Training als auch im Spiel kontinuierlich austauschen und abstimmen, können wir als Torwart-Team erfolgreich sein. Eine echte Wand entsteht dann, wenn sich die Torhüterinnen durch ihre unterschiedlichen Stile optimal ergänzen, sich gegenseitig pushen und auch die Absprache mit dem Abwehrblock gut funktioniert.
Neben der reinen Paradenquote wird das schnelle Umschaltspiel über die erste und zweite Welle im modernen Handball immer wichtiger. Welche Akzente möchtest du in dieser Saison setzen, damit unsere Torfrauen noch mehr zum Startpunkt unseres Tempospiels werden?
Der Fokus liegt hier ganz klar auf der Reaktionsschnelligkeit direkt nach der Parade oder dem Gegentor und dem präzisen Blick für den freien Raum. Wir wollen im Training verstärkt Übungen unter Zeit- und Raumdruck integrieren, um das Umschalten im Kopf zu beschleunigen. Ziel ist es, dass der Konterpass oder der Ball zum Anspiel schnell und präzise ankommt, sodass wir einfache und vor allem schnelle Tore über die erste und zweite Welle erzielen können.
Jana Novak - Individualtraining
Während das Hauptaugenmerk im Mannschaftstraining oft auf der Taktik liegt, nimmst du dir die Spielerinnen einzeln vor. Auf welche spezifischen technischen oder positionsspezifischen Details wirst du in der kommenden Saison bei den Frauen 1 den Fokus legen?
Ich möchte an den Details arbeiten, die am Ende den Unterschied machen: saubere Technik, gute Spielentscheidungen und mehr Konstanz. Jede Spielerin soll sich auf ihrer Position weiterentwickeln und ihre Stärken noch besser einbringen. Ich schaue individuell auf jede Spielerin und möchte sie dort fördern, wo noch Potenzial steckt. Am Ende geht es darum, als Team besser zu werden und dafür muss sich jede Einzelne weiterentwickeln. Mir ist wichtig, dass alle Spielerinnen schneller Lösungen finden, mehr Verantwortung übernehmen, Sicherheit ausstrahlen und Flexibilität im Spiel zeigen. Mir ist vor allem wichtig, mehr Selbstvertrauen und Mut im Spiel zu entwickeln.
Wie setzt du im Individualtraining an, um die Spielerinnen noch unberechenbarer für die gegnerischen Abwehrreihen zu machen?
Im Individualtraining lege ich den Fokus auf Wahrnehmung, richtiges Timing, Entscheidungsverhalten und 1-gegen-1-Aktionen. Mit Außenspielerinnen trainiere ich den Abschluss aus schwierigen Winkeln und vor allem, nicht zu früh abzuschließen: schauen, was die Torhüterin macht, und natürlich Variabilität beim Abschluss zeigen, „clever“ zu spielen und noch schneller zu erkennen, welche Entscheidung die bessere ist. Jede Spielerin hat ihre eigenen Stärken und Potenziale. Deshalb möchte ich individuell schauen, woran jede Einzelne arbeiten kann, damit sie der Mannschaft noch mehr helfen kann.
Jana Novak - Athletiktraining
Die Basis für 60 Minuten Tempohandball: In der Vorbereitung quälen sich alle Spielerinnen durch deine Einheiten. Wie hast du die Schwerpunkte in diesem Jahr gesetzt, damit die Mädels die intensive Belastung in der Halle bis zur letzten Spielminute verletzungsfrei und mit voller Power durchstehen?
Wir haben einerseits an der Grundlagenausdauer angesetzt, um in der Crunchtime noch zulegen zu können. Andererseits dürfen auch der Spaß und der Teamgeist nicht zu kurz kommen. Da sich die Mannschaft neu formiert hat, liegt der Schlüssel in der Kombination aus maximaler Intensität im Training sowie der Arbeit in Kleingruppen. Wir wollen als Team zusammenwachsen und dabei auch in der letzten Minute den einen Schritt mehr machen!
Kraft vs. Schnelligkeit: Im modernen Frauenhandball geht es extrem dynamisch und körperbetont zur Sache. Wie sieht deine Philosophie aus, um die perfekte Balance aus Explosivität für den schnellen Gegenstoß und der nötigen Robustheit für die Abwehrarbeit auf die Platte zu bringen?
Schnelligkeit und Kraft sind hier die Antwort, man kann das nicht trennen. Wir setzen hierbei auf maximale Vielseitigkeit in den Einheiten: Neben intensiven, Hyrox-ähnlichen Einheiten fürs Allround-Limit arbeiten wir gezielt im Kraftraum an Maximalkraft, Reaktivkraft, Schnelligkeit und Spritzigkeit. Die Mädels brauchen diese Robustheit, um ihre Duelle zu gewinnen – und direkt im Anschluss die Dynamik für den ersten Schritt.
